Verschüttete Milch

allgemeines

Sieben Jahre wurde die Küche von einer 25-W-Birne beleuchtet. Es war nie wirklich hell, aber es hat immer gereicht. Auch das Licht in der Dunstabzugshaube, die kleine Neonlampe über der Spüle und die Funzel im Kühlschrank haben der Dunkelheit nie wirklich etwas anhaben können. Und jetzt sind die 25 W durchgebrannt und durch grelle 40 W ersetzt worden. Es mutet mir fast wie eine Stadionbeleuchtung an und schmerzt in den Augen. Außerdem muss ich nun noch ausrechnen, wie lange der PC zusätzlich aus sein muss, damit die Stromrechnung nicht steigt. Das ist Arbeit!
Draußen haben wir den Grell-Effekt zur Zeit gratis. Gestern Nacht ganz besonders. Schnee, leichter Dunst und viel Mondlicht ließen auch um zwei Uhr morgens nicht das Gefühl der Nacht aufkommen. Ist es außerhalb der Stadt in solchen Nächten auch so hell?
So, ich such’ jetzt meinen Umhang und mach’ mich fertig für den nächtlichen AusFlug!

In den Einträgen zum Thema Arrangierte Buchstaben hat der eine und vielleicht auch andere schon eine gewisse Verliebtheit des Autors in den National Geographic bemerkt. Das ist -so hoffe ich- nichts schlimmes. Im Gegenzug bringe ich auch die Toleranz auf, niemanden für das Nichtmögen zu verurteilen. Und ich erschrecke und wundere mich auch nicht mehr über Zeitungsläden, die dieses Blatt nicht verkaufen (ich bin’s gewohnt wegen fast aller Magazine zum Bahnhof zu fahren), aber das Gepräch gestern Abend im Kiosk vor der Tür war zu viel.

“Haben sie den National Geographic?”
Kurzes Schweigen, dann:
“Ist das eine Computerzeitschrift?”
[...]

Ich werde mir wohl einen neuen Zeitungsladen suchen müssen.

Wieder einmal ist Freitag der 13. und alle Angsthasen sind so nervös, dass ihnen heute das eine oder andere Mißgeschick passieren wird. Anderen passiert auch etwas, und sie werden feststellen “Das muss an Freitag dem 13. liegen”!
Ergooglet man sich “Freitag der 13.”, dann bekommt man jede Menge Informationen über die Symbolik von Freitag und 13. Es waren in der Vergangenheit sowohl Glücks- als auch Unglückszahlen/-tage. Was wiedereinmal beweist, dass der Mensch für sein Tun nicht selbst verantwortlich sein will.
Besonders amüsant finde ich übrigens das Teufelsduzend (12+1). Dazu fällt mir auch der gestrige Eintrag im Dilbert-Blog ein.
Lässt man die Gleicheiten der Webseiten weg, dann bleibt die Wikipedia mit ihrem Gregorianischen Kalender, bei dem Freitag und 13 die häufigste Kombinaton ist (mit sechs gleichwertigen anderen Kombinationen) und ein Chemnitzer Mathe-Professor, der im TU-Spektrum das Gegenteil behauptet.
Es läuft wohl wieder darauf hinaus, dass sich alles belegen läßt, wenn man nur einfallsreich und ungenau ist. Eines meiner Lieblingsbeispiele ist da die erschreckende “Tatsache”, dass sich 30% aller Unfälle bei der Arbeit ereignen. Wenn man bedenkt, dass ein 8-Stunden-Arbeitstag ein Drittel des ganzen Tages ausmacht, dann ist das schon erstaunlich.
Genauso erstaunlich, dass sich etwa weitere 30% der Unfälle zu Hause ereignen sollen. Wenn man von acht Stunden Schlaf ausgeht, dann kann man z.B. daraus auch schließen, dass 1. die Menschen nicht genug aus dem Haus gehen und 2. sich 40% aller Unfälle gar nicht ereignen. Zweites läßt sich herleiten, wenn man von einer gleichmäßigen Verteilung ausgeht. Ein Drittel auf Arbeit, ein Drittel zu Hause und im Schlaf kann man nicht verunfallen. Aber ich schweife ab und bin schon bei fast 7 Prozentpunkten Ungenauigkeit.

Wenn man einer Schauspielerin Talent nachsagte (”…sie hat sogar zwei Talente. Und was für welche…”), dann war das doch -wohlwollend betrachet- zumindest ein Kompliment an ihren Körperbau.
In der TV Movie habe ich heute als Bildunterschrift zur NDR Talk Show folgendes gelesen: Multitalent Minh Khai Phan-Thi (31) bekam 2005 ihr erstes Kind
Liegt’s an mir, oder erwartet man nach dem Wort “Multitalent” (so vom Sprachgefühl) nicht wenigstens eine unvollständige Aufzählung der Talente? Oder läßt die TV Movie, vorbelastet durch den Umgang mit sovielen Untalenten, “Kinderbekommen” tatsächlich schon als Talent durchgehen?

Da surft man so dumm rum und findet in Lyssas Lounge unter “Stuff” ein T-Shirt mit dem Aufdruck “Cereal Killer”. Da war doch mal was?!?

Genau! Im Supermarkt riefen mich die Kollegen zu Hilfe (”Du kannst doch Englisch…”) und stellten mich einem jungen Asiaten gegenüber, der nach “Serials” fragte. Serials. Ich dachte an “Serial Mum” und Kathleen Turner und hatte keine gute Idee, wen ich ihm da anbieten könnte. Unter dem Staunen der Kollegen hakte ich dann nach und bat “Serial” eventuell zu umschreiben. Nach wenigen Worten wurden aus “Serials” dann “Cereals” und der Mann bekam sein Müsli, ich die Anerkennung der Kollegen (hoffentlich kommt nicht irgendwann mal ein toter Römer) und außerdem die Erkenntnis, dass man in der Englischen Spache mehr als nur “flour/flower” verwechseln kann.

Rückblickend betrachet war Weihnachten eine fröhliche Maske, die das Schlechte im Menschen ignoriert. Es war sinnlose Völlerei und Trägheit. Der Konsumterror setzte seit Anfang Oktober aufs Fest und wollte uns alle arm machen, mit Verspechen von Glück- und Habseligkeit. Es ging mehr um Geschenke und gezwungenen Frohsinn als ums Eigentliche. Was war das? Brüderlichkeit? Nein, das war die Französische Revolution. Liebe, Toleranz… halt solche Sachen. Und der Schnne kam auch zu spät für wirkliche Weisse Weihnacht wie immer!

Krupps

Der Spiegel lädt zu einer neuen Runde außergewöhnlicher Vornamen. Darunter sogar solche Reißer wie “Abcd” und “Usnavy”. Auch in Deutschland werden die Namen immer ungewöhnlicher.

Gut dass ich bisher noch keine Kinder benennen durfte/sollte/mußte, denn erfahrungsgemäß geht meine Fantasie bei der Benennung von Dingen mit mir durch. Jedenfalls das eine Mal, und das war so…

Meine damalige Freundin hatte einen Vogel. Einen Wellensittich. Peter. Und der sollte nun, zwecks Enteinsamung, mit einem (Witwer?) anderem vereinsamten Vogel zusammen in Haft gesteckt werden. Das Zusammenleben funktonierte eigentlich gar nicht so gut, aber trotzdem sollte, nachdem Peter Heinrich aus dem Weg geschafft hatte, noch ein weiterer Kandidat rangeschafft werden. Und der war dann aus dem Geschäft. Und ohne Namen.

Ich bin kein Tierfreund, und insofern war’s mir egal, aber nach solchen Namen wie “Peter” und “Heinrich”, entschloß ich mich auch ein paar Einwürfe zu machen.
Der Vogel war blau. “Blau wir Krupp-Stahl” bezeichne ich meine eigene Augenfarbe immer. Also “Krupp”. Klingt aber wie eine Krankheit (ist auch eine, oder?). Also irgendwie anders. Krupps!
Ein “P” mehr als die Firma gleichen Namens. Und der Vorschlag wurde angenommen.

Damit hatte der Vogel also einen wenig unwürdigen Namen, den keiner verstand (”Wie heißt der? Hä? Wie?”), der dann letzten Endes voll treffend war. Denn es gibt ja auch noch Die Krupps, und die machen auch Krach.

Aufgestanden. Toilette. Computer an, E-Mails abfragen, eigenen Podcast aufgenommen, andere Podcasts gehört. Jetzt kann der Tag kommen.

Frühstück. Der Tag kommt nicht!

Ein bisschen surfen, ein Sudoku gelöst, Blogs gelesen. Prima, Andreas hat auch eine Sauklaue. Bin ich also nicht der einzige. Nun könnte der Tag dann also beginnen.

Ich versuche den Bildschirm zu hynotisieren. Der Tag kommt nicht.

Ich lade mir den heutigen Inhalt des Die-Ärzte-Adventskalenders runter und lese: “Ladet euch das PDF mit der “die ärzte WG” herunter, druckt sie auf A4-Papier aus und schneidet, falzt und klebt nach der Vorlage. (Und danach geht bitte noch ein wenig an die frische Luft und trefft euch mit Freunden,..”

Der Tag wird wohl nicht kommen. Muss ich also auf die andere Seite der Tür.

Zumindest weiß man, mit dieser Erkenntnis im Hinterkopf, dass es nicht PC und Internet sind, die einen isolieren, sondern die Trägheit, die ja bekanntlich eh aller Laster Anfang ist.

Ich kann vermutlich machen was ich will, aber ohne einen ersten Eintrag, wird dieses Blog nicht zu beginnen sein.
Da ist es wohl das naheliegendste zu erwähnen, dass Titel/URL von einem Lied der besten Band der Welt geklaut sind. Aber das weiß vermutlich sowieso jeder. Was aber immer noch nicht jeder weiß ist, dass es immer “Die Ärzte” (”…wir lassen uns nicht beugen…”) heißt, also nicht etwas “das Lied Besserwisserboy ist von den Ärzten”.
Dann darf ich noch kurz aus dem Text zitieren:
[...]
Mit deinen Geistesblitzen kann man Kathedralen erhellen.
Man braucht dir noch nicht mal eine Frage zu stellen
[...]

Das muss reichen.

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