Lichtspielereien

film und fernsehen

Wenn man einer Schauspielerin Talent nachsagte (”…sie hat sogar zwei Talente. Und was für welche…”), dann war das doch -wohlwollend betrachet- zumindest ein Kompliment an ihren Körperbau.
In der TV Movie habe ich heute als Bildunterschrift zur NDR Talk Show folgendes gelesen: Multitalent Minh Khai Phan-Thi (31) bekam 2005 ihr erstes Kind
Liegt’s an mir, oder erwartet man nach dem Wort “Multitalent” (so vom Sprachgefühl) nicht wenigstens eine unvollständige Aufzählung der Talente? Oder läßt die TV Movie, vorbelastet durch den Umgang mit sovielen Untalenten, “Kinderbekommen” tatsächlich schon als Talent durchgehen?

Seit ich gestern Galileo gesehen habe, sehe ich die Welt mit ganz anderen Augen: Streusplit ist nicht einfach Dreck, der auf die Wege gekippt wird. Wenn er dann Dreck wird, dann ist er kontaminiert. Das Fernsehen ist doch schuld, wenn die Menschen verblöden (oder einfach nicht intelligenter werden).

Man wollte uns den Weg vom Steinbruch zum Streusplit zeigen. Damit wir besser folgen können, färbte man drei Steine neongrün ein. Und während ich noch überlegte, wie lange man nach dem Mahlwerk wohl noch etwas davon erkennen könnte, erkannte meine Freundin schon, was für Spezialisten wohl für Galileo arbeiten müssen. Denn nach dem Mahlwerk waren auch die kleinen Steinchen rundum grün, also durchgefärbt.

Schon war der Schwindel aufgeflogen. Und für die, die nicht wirklich aufgepaßt hatten, waren die grünen Splitsteinchen selbst nach dem Winter und Recycling noch zusammen.

Ja, wir haben’s gemerkt. Galileo hat’s getan. Aber was ist mit denen, denen dieses Wissen fehlt? Die glauben jetzt, wenn man einen Stein grün anmalt, wird er auch innen grün. Die glauben, dass Dinge auch entgegen jeder Wahrscheinlichkeit passieren und geben ihr Geld für Lotto aus…das hätte ich jetzt fast vergessen: Ich muss auch noch Lotto abgeben mir noch eine Zeitung holen.

Freaky Friday

Die Auswahl der angebotenen Filme im Kino beindruckt mich wenig gar nicht. Also bin ich seit längerem Gönner der DVD-Industrie, denn anstatt in Videotheken lange zu suchen (und ältere Filme sowieso nicht zu finden), erwerbe ich dann lieber in unregelmäßigen Abständen einen ganzen Film für den Preis einer (manchmal) halben Kinokarte. Was mir dann natürlich entgeht ist eine Stunde Werbung, unbequeme Sitze, riesige Vorsitzer und kränkelnde Hintersitzer, von den Popcorn-Werfern ganz zu schweigen. Bei soviel Verzicht muß die DVD es dann mit ihrer Wiederholbarkeit wieder rausreißen.

Zwischen solchen Wiederholungen liegt dann oft ein Jahr oder mehr. Da kann sich Freaky Friday aber rühmen: zweimal innerhalb von drei Tagen. Und dabei dachte ich erst, dass sich da nur eine Tennie-Komödie hinter verbirgt. Tut’s auch, aber irgendwie auch nicht. Naja, “zweimal in drei Tagen” sagt im Grunde doch schon alles.

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