Leibesertüchtigung

sport

Die Brote, der Graf, Marcus Wiebusch und Carsten Friedrichs haben da was zu bieten. Für den MP3-Player und ganz umsonst.

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Im Allgemeinen gilt die Regel, dass man bei so trübem Wetter, wie dem heutigen, die ganze Havel für sich allein hat. Na gut, ein paar sind immer unterwegs, aber die fallen dann auch nicht mehr auf. Jedenfalls waren wir heute wieder paddeln und wurden mehrmals überrascht.

Die erste Überraschung war natürlich die, dass es eben nicht leer war. Durch das anhaltend schlechte Wetter im Frühjahr bescheiden geworden, waren auch heute viele Segler und auch ein paar Motorboote auf dem Wasser.

Die nächste Überraschung war die schier unglaubliche Rücksicht, die da genommen wurde. Ein Segler, der uns durchwinkt und damit signalisiert, dass er seine Wende macht, bevor er unseren Weg kreuzt. Ein Motorbootler, der beim Überholen tatsächlich seinen Motor ein bisschen drosselt, um uns nicht zu versenken.
Aber das war alles nur Verarsche. Der nächste Segler holt uns in die Realität zurück und zeigt uns seine Version eines “Irren Ivans“, und nur die Notbremse verhindert schlimmeres. Und auch der Lenker einer Motoryacht (der Größe nach muss sein Schwanz ziemlich kurz sein) erinnert uns daran, was das eigentliche Schicksal eines Paddlers ist, wenn man möglichst dicht an ihm vorbei fährt.

Die ganze Fahrt hörten wir dann übrigens auch noch gleichmäßiges Getrommel. Mit den Augen war aber nicht viel auszumachen. Irgendwann passierten wir dann aber ein “Strandfest”, dass offenbar auch die Möglichkeit bot, mal mit einem Drachenboot zu fahren. Muss lustig sein! Viel Gackern und Gröhlen verbreitete sich über die Havel. Und wir hatten auch Sichtkontakt zum Trommler (dem Sklaventreiber der Galeere). Und das war dann Physikunterricht vor Ort. Die Trommelschläge waren nämlich immer erst zu hören, wenn er seine Keule schon wieder oben hatte. Hat man uns in der Schule also die Wahrheit erzählt: Der Schall braucht Zeit um sich auszubreiten.

Fürs Auge war aber heute noch mehr geboten. Es muss wohl Holzboot-Tag oder vielleicht eine Ragatta gewesen sein. Jedenfalls waren reichlich Holzboote unterwegs und eins schöner als das andere.

Und von alldem gibt’s keine Fotos, weil es insgesamt sehr nass war (Regen und Wellen) und die Kamera geschützt verpackt blieb.
Ihr müsst also eure Vorstellungskraft bemühen.

Bei dem schönen Wetter kann man aufs Paddeln nicht verzichten. Und auch wenn der sportliche Aspekt aus Bequemlichkeit ein bisschen kleiner ausfiel, war es keine verschwendete Zeit, denn es war entspannend, frischluftig und gut für ein paar Schnappschüsse.


Das ist unsere schwimmende Imbissbude. Eine sehr nette Idee, die auch letzes Jahr schon Anklang sowohl an Stränden als auch auf Booten fand. Wir verpfegen uns allerdings immer selbst sehr gut und hatten den Service noch nicht nötig.


Der hübsche hier saß auf dem Ast, der übrigens Teil einer Fangvorrichtung des Fischereiamts ist und also mitten im Wasser steht, und wackelte, kippelte und kämpfte mit dem Wind bis er dann doch aufgab. Sah aber nett aus.

Wer mich schon näher kennenlernen durfte oder mußte, weiß, dass ich für Menschenmassen nicht so sehr zu haben bin. Aber trotzdem muss man sich manchmal unters Volk begeben, und sei es auch nur um etwas zu erleben.

Ein guter Anlaß schien das Red Bull Air Race zu sein. Dumm nur, dass zu eintrittfreien Veranstaltungen immer sehr viele Menschen kommen. Gerade in Berlin.

Aber sei es drum. Kühne Piloten in ihren rasselnden Kisten bekommt man nicht alle Tage zu sehen, also habe ich mich auf die harte Reise von Spandau nach Tempelhof begeben. Aber das war nicht der schwerste Teil. Nein, es war der einfachste. Unsere Fahrt mit den Öffentlichen war so gewählt, dass wir kurz vor Rennbeginn ankamen, und da waren die U-Bahnen nicht mehr wirkich voll.

Das Event selbst war dann zwar ordentlich besucht, aber Flugplätze sind groß. Da verlaufen sich die Massen und man fühlt sich nicht so beengt, wie man es eventuell erwartet hätte. Was allerdings negativ auffiel war, dass sich die Besucher nicht so sehr für die “Flugshow” zu interssieren schienen. Jedenfalls liefen mir beim Fotografieren ständig Leute durchs Bild, die nicht dem Rennen folgten und mich wohl offenbar ärgern wollten.

Der Rückweg war dann der eigentliche Ärger. Aber wenn die BVG es nicht schafft jeden Morgen dafür zu sorgen, dass die zahlenden Schulkinder pünktlich um acht zur Schule und um 13.20 Uhr wieder nach Hause kommen, dann war auch nicht zu erwarten, dass sie die Massen vom Flugplatz Tempelhof problemlos befördern würden. Wir dürfen gespannt auf die WM und einen überfüllten U-Bahnhof “Olympiastadion” warten.

Spaß war es trotzdem. Denn wie erwähnt, bekommt man so etwas nicht jeden Tag geboten. Wer das am Fernsehen nacherleben möchte hat dazu am 28.05. die Chance. Um 12.00 Uhr auf RTL und um 12.35 im ORF.

Ich bin mit meinem Urteil oft recht schnell, bestimmt ungerecht und vor allem oberflächlich. Zumindest dann wenn ich ein Urteil laut oder hier in Schriftform äußere. Und wenn ich die nähere Umgebung meiner Wohnung beschreiben sollte, würde ich sie trotzdem nicht schäbig nennen. Aber das auch nur, weil hier einige Häuser schon zu Kaisers Zeiten standen, und man so von einem gewissen Flair sprechen kann.
Genauso würde ich die Kneipe unten an der Ecke nicht als schäbig bezeichnen, weil sie eben doch ein bisschen gepflegt ist und ein (für eine Kneipe) ziemlich nettes Schild über der Tür hat. Aber wenn man an der offenen Tür oder an einem offenen Fenster (sowas gibt’s da im Sommer) vorbei kommt, dann steigt einem doch der Gestank in die Nase, den man mit den übelsten Spelunken und Saufbuden in Verbindung bringt.

Warum erzähle ich das jetzt? Ganz einfach: Früher hing da vor der Tür ein Zigarettenautomat. Der passte dahin und wurde bestimmt auch viel besucht solange die Gäste noch laufen konnten. Und was hängt da jetzt? Ein Kondomautomat!
Sicher ist das zu begrüßen, denn Bewegung ist garantiert immer gesünder als Rauchen, aber für wen hängt der da?

Am Wochenende habe ich einige erste Male hinter mich gebracht.
Ich habe das erste Mal in diesem Jahr Pétanque gespielt. Das macht selbst in der Dämmerung und bei einsetzendem Regen noch Spaß. Aber wann macht es schon keinen Spaß mit Stahlkugeln nach einem Schweinchen zu werfen?
Am Samstag dann die ersten Paddelschläge auf der Havel. WInD steht auf Warnstufe: Gelb! Also gibt’s außer Spaß auch noch ordentlich Anstrengung und Wellenbad. Meine Freundin bekommt einen Fischotter zu Gesicht, und wir dürfen das Hochwasser der Havel bewundern. Angesichts der wirklich üblen Überschwemmungen darf man das gar nicht so nennen, aber so hoch habe ich das Wasser in der Havel trotzdem noch nie stehen sehen.


“Klein Venedig”, 08.04.2006

Und dann war da noch die erste Hummel, die ich 2006 gesehen habe. Mittlerweile habe ich nun auch mal nachgelesen, dass Hummeln stechen können, es aber eher selten tun. Bei mir hielt sich nämlich hartnäckig das Gerücht, dass Hummeln gar keinen Stachel haben. Da habe ich wohl beim Hummel-Knuddeln immer Glück gehabt. ;-)

In der gedruckten Ausgabe der “WELT kompakt” steht heute auf der letzten Seite, dass an WM-Spieltagen in Kaiserslautern die Schule ausfällt. Schulische Einrichtungen würden von Hilfsorganisationen benötigt, und Busse würden für den Transport der Fussballfans gebraucht.
Bei den Prioritäten braucht man sich dann auch nicht über unliebsame PISA-Ergebnisse zu wundern.

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