Wenn man irgendwo schon mit Erwartungen hinkommt, ist klar, dass das selten gut endet. Aber so schlimm war’s nun auch wieder nicht.
Zunächst ist es schön, dass sich der Minigolfplatz am Insulaner eine Website leistet und somit auch informiert, wo genau man für wieviel Geld, an welchen Tagen, um wieviel Uhr zum Spiel erwartet wird. So fällt es leicht sich spontan dort zu einer Partie zu verabreden. Gesagt - getan!
Nach einem leichten Aufstieg und der Vorfreude aufs Spiel ist der Zettel an der Kasse ein bisschen ernüchternd. Man entschuldigt sich schon vorab für den schlechten Zustand der Bahnen, aber es sei alles spielbar. Naja… 2,50 Euro und man ist mit Schlägern und Bällen ausstaffiert. Meiner Bitte nach einem etwas kürzerem Schläger (ich bin schließlich nicht Bernhard Langer) wird freundlich nachgekommen. Die vier Bälle bieten Auswahl, nur fehlt mir richtige Trägheit und Härte. Aber es geht auch so.
An der zweiten Bahn fängt mir an zu dämmern, was sich hinter der Bezeichnung “Minigolf Open Std. (Beton)” vom Minigolfatlas des BVBB verbirgt. Denn eigentlich sind beim Minigolf der Abt.1 (dahinter verbergen sich die Betonbahnen) immer dieselben Bahnen in derselben Reihenfolge zu spielen. Hier ist aber die Reihenfolge durcheinander. Später stellt sich auch noch heraus, dass sich hier komplett andere Bahnen zwischengeschummelt haben. Und die Entschuldigung für den schlechten Zustand ist auch angebracht. Eben gibt es hier nicht. Aus 30 cm Entfernung daneben schlagen? Kein Problem!
Und voll ist es auch noch. Ein guter Minigolftipp wäre vielleicht der, nicht am Wochenende spielen zu gehen.
Das Highlight kommt aber noch. Zwischen die diversen “normalen” Besuchern, die sich hüpfender Weise zwischen den “freien” Bahnen bewegen und alles nur noch schlimmer machen, mischen sich die “Pros”. Ich kann natürlich nur mutmaßen, aber hier hat auch ein Verein seine Heimat. Und falls das Mitglieder waren, naja… Ein Aushängeschild sind die nicht. Ich zweifle auch schon, ob das der richtige Sport für mich ist. Betrunken, mit Zigarette und billigem Bier den Schläger schwingen ist mehr Zumutung als ein Triathlon…
Was bleibt zu sagen? Man kann hier zweifelsfrei Minigolf spielen. Man kann hier Spaß haben. Wenn’s nicht so voll ist…
Aber ich komme wohl nicht wieder. Auch, weil es nicht gerade um die Ecke ist. Hauptsächlich aber wegen der Mischung der Bahnen. Da gibt es die “normalen” Bahnen der Abt. 1, aber dann auch Betonversionen der (viel kürzeren) Eternitbahnen der Abt. 2. Das passt mir nicht zusammen. Da hatte ich letztens in der Adelheidallee, bei noch mehr Wartezeit, wesentlich mehr Spaß.
Der Zutritt zur Anlage für eine Spielrunde kostet 3 Euro. Das ist zwar mehr als bei den bisherigen Bahnen, aber die waren ja auch (mitsamt dem dafür benötigten Gelände) kleiner. Der Platzwart drückt uns die gerade zurückgekommenen Schläger anderer Spieler in die Hände, aber ich sehe, er hat an der Rückwand auch noch eine größere Auswahl verschiedener Schläger hängen. Aber die passen schon. Kleine Einleitung? Ja! Die Regeln wie beim Miniaturgolf, die Bahnen dürfen und müssen betreten werden, den Golfball für die Bahnen 7 und 18 und die drei anderen Bälle sind schnell, langsam und nicht springfreudig. Na dann los!
Ab der zweiten Bahn kommen nun auch Hindernisse hinzu. Die sind weder verspielt bunt, noch sachlich “steril”. Wir befinden uns im Steinzeitalter. Das ist urig und hat seinen eigenen Chic. Da ich die zweite Bahn auch nicht vermassele, stellt sich der Spaß ein, und das Spiel wird zur wahren Freude. Wer mal einen Pistenplan sehen will, findet diesen, wie auch die Öffnungszeiten, auf der
Aber auch ansonsten war es schon sehr voll. Und besonders nervig waren dann die Extra-Eiligen, die ständig auf der Suche nach freien Bahnen waren und wild herumirrten. Da wird dann auch das weitläufigste Gelände eng. Und es wäre sonst so schön gewesen. Bahn 7, zum Beispiel, hat richtiges Golfflair (naja, was weiß ich von Golf): Ein Abschlaghügel, ein Minifairway, etliche Meter Rough und schließlich das betonierte Grün, das zu erreichen allerdings genügt, weil es ein Trichter zum Loch ist. Wirklich einschüchternd ist auch die 15 mit einer echt schmalen und relativ steilen Rampe. Die wird nur noch vom letzten Loch übertroffen, das sich in einer stattlichen Höhe von bestimmt 1,50 m, oder so, befindet.



Letzte Kommentare