Wenn mich das auch nicht zum Vorbeigehen ermuntert, so erinnert es mich zumindest an die Frage, warum Blogs, die man im Internet lesen kann, eigentlich im richtigen Leben vorgelesen werden müssen. Das habe ich mich letztens schon bei Ehrensenf gefragt. Aber ich verstehe schon (jedenfalls im richtigen Leben): Es geht, wie bei Kegel- und Sparvereinen, eigentlich nur ums Saufen und Leutetreffen
Und es inspiriert mich, einige meiner Verfehlungen, die eben nicht so recht zu “kulinarisch” passen, von mir zu geben.
Der erste Fall war der mit dem Tabasco. Ich wollte im zarten, jugendlichen Alter mit ein paar Spritzern Tabasco in den Mund beweisen, dass ich ein echter Mann bin. Das gelang natürlich nicht. Denn 1. müssen echte Männer nichts beweisen und 2. waren die Schmerzen zu groß, um die Beherrschung zu behalten.
Beim nächsten Mal ging’s schon gesünder zu. Johannisbeeren, behauptete ich fantasierend, würden am besten mit Zucker und Essig schmecken. Prompt bekam ich genau das serviert. Ich forderte (als letzte Chance) wenigsten Waldmeistersirup zum Abschmecken. Der war aber leider auch da. Naja, so schlimm hat’s dann auch gar nicht geschmeckt.
Weitere Jahre später dann Mäxchenspielen (bei Werner heißt das Meiern) mit Götterspeise statt Alkohol. Wir hatten ein ganzes Aquarium voll davon. Ich kann mich nicht erinnern, dass bei der Alkoholversion jemals soviele verzweifelt das Spiel abgebrochen hätten.
Die, bis jetzt, jetzt letzte Episode war ein Versehen. Bei einer familiären Geburtstagsfeier gab es ein warmes Buffet. Ich dachte Gyros ausgemacht zu haben und machte mir den Teller damit voll. Das ganze dachte ich mit Tzatziki zu verfeinern und langte also ordentlich zu. Nun wird man bei uns sowieso alle Nase lang verscheißert, also machte ich mir nichts daraus, dass man mir einreden wollte, ich hätte gerade den Nachtisch über das Fleisch gegossen. War dann aber doch so. Irgendein Vanillepamp, der im Halbdunkel vorgab Knoblauchmatsch zu sein, versüßte mir mein Gyros. Ich hab’s trotzdem aufgegessen. Wäre doch schade ums Fleisch gewesen!
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