Die vierte Macht

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Ich lasse selten eine Gelegenheit aus zu erwähnen, wie unglaubwürdig das Fernsehen für mich ist. In Bildern lassen sich Unwahrheiten am besten verbreiten, denn das Gesehene ist für viele so furchtbar authentisch. Aber Schnitte und die Trennung von Bild und Ton sind nunmal prima für Manipulationen geeignet.
Aber auch Gelesenes hat offenbar nicht immer mit der Wahrheit zu tun. Das beweist mir heute die WeltOnline in Knut Süß und das Comedy-Prekariat. Hätte ich Harald Schmidt gestern nicht gesehen, würde ich jetzt denken: “Prima, nichts verpasst.” Aber den Gedanken brauche ich wohl in Zukunft nicht zu hegen. Der Artikel hat nur wenig mit der Sendung von gestern zu tun.
Und da frage ich mich dann auch, warum solche Artikel überhaupt geschrieben werden. Selbst wenn alles stimmen würde, wäre hier weder Unterhaltungs- noch Informationswert zu finden. Ist ja auch logisch: Late Night Shows beschäftigen sich mit dem Tagesgeschehen, nicht umgekehrt. Was soll Schmidt denn heute bringen, wenn das Tagesthema von heute seine Sendung von gestern war?

Vielleicht noch drei Tipps für den Autor:
1. Witze werden nicht besser, wenn man sie falsch oder schlecht nacherzählt.
2. Ehrensenf kann man sich im Internet (wenn man da überhaupt reinkommt) tatsächlich auch ankucken. Die fünf (nicht 15) Minuten wären vielleicht noch Zeit gewesen.
3. Wenn jemand erzählt, was er sie für Jobangebote hat, und dass er sie noch nicht wüßte, in welche Richtung es weitergeht, klingt das nicht für jeden nach Bettelei um einen anderen Job.

Die neue Welt

Wer bei Welt.de seine E-Mail-Adresse hinterlassen hat, um informiert zu werden, wenn die “Welt” denn noch schöner und besser ist, hat - wie ich - vielleicht noch gar keine Benachrichtigung bekommen. Ist bei regelmäßigen Besuchen ja auch gar nicht nötig. Aber ich habe die Info aus dem Hauptstadtblog. Mal sehen, wann die neue “Welt Online” Bescheid gibt, dass es sie jetzt gibt.

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Nachtrag (10:33 Uhr): Chefredakteur Christoph Keese klärt uns mit Willkommensgruß über des neue Konzept auf. Und hier haben wir wohl den wichtigsten Absatz des Textes:

„Online first“ lautet unser Motto. Die Redaktion glaubt an die Zukunft des Internets. Jeder Artikel erscheint online, sobald er fertig geschrieben ist. Dutzende von Beiträgen pro Tag werden exklusiv für Online produziert. Als Online-Leser bekommen Sie das gesamte Angebot kostenlos auf den Schirm. Auch das Archiv ist und bleibt kostenlos – eine ausgezeichnete Recherchemöglichkeit, deren Qualität bei vielen Anwendungsfällen die Ergebnisse von Suchmaschinen schlägt.

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Nachtrag (10:40 Uhr): Die Welt schickt mir die E-Mail mit der Benachrichtigung über die Neuerungen.

Rüdiger Suchsland ist vermutlich noch da. Bräuchte er aber nicht zu sein, denn er hat 75 gute Gründe aus Deutschland auszuwandern. Vielleicht sollte er aber doch lieber bleiben, denn dieses Gemecker und Jammern ist doch auch typisch deutsch. Und mir würde was fehlen, wenn nicht wenigstens einmal am Tag irgendwo zu lesen oder hören wäre, wie schlecht es doch läuft.

Ein paar Gründe müsste man (ich frage mal beim Dalli-Dalli-Team nach) auch wieder abziehen, weil sie sich auf die EU beziehen und unter “weil Deutschland der EU angehört” zusammengefasst werden könnten.

Irwins Tochter soll im Discovery Channel eine eigene Sendung bekommen. Da könnte man ja gespannt sein. Wird sie sich in die Linie von Sielmann und Grzimek einreihen und die Welt sensibel über die australische Tierwelt aufklären? Eher wahrscheinlich ist vielleicht aber doch, dass sie in die Fußstapfen ihres Vaters tritt und mit Skorpionen, Würfelquallen und Magpies in der Brutzeit spielt. Vielleicht ist das aber auch erst nur ein Gerücht, um zu sehen wie sich die Öffentlichkeit darüber aufregt.
Hoffnung besteht aber immer: Ist die Sendung nur schlecht genug, kommt sie bestimmt nicht in deutsche Fernsehen. (man darf doch noch träumen, oder?)

Als Opfer eines wirklich abscheulichen Verbrechens kann man einen Haufen Geld machen. Zu gerne würde ich bei sowas mal hinter die Kulissen schauen und mir selbst einen Eindruck von Moral, Geldgier und Existenzangst der Akteure machen.

“Der Boulevard siegt” im FAZ.NET

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