Ich lasse selten eine Gelegenheit aus zu erwähnen, wie unglaubwürdig das Fernsehen für mich ist. In Bildern lassen sich Unwahrheiten am besten verbreiten, denn das Gesehene ist für viele so furchtbar authentisch. Aber Schnitte und die Trennung von Bild und Ton sind nunmal prima für Manipulationen geeignet.
Aber auch Gelesenes hat offenbar nicht immer mit der Wahrheit zu tun. Das beweist mir heute die WeltOnline in Knut Süß und das Comedy-Prekariat. Hätte ich Harald Schmidt gestern nicht gesehen, würde ich jetzt denken: “Prima, nichts verpasst.” Aber den Gedanken brauche ich wohl in Zukunft nicht zu hegen. Der Artikel hat nur wenig mit der Sendung von gestern zu tun.
Und da frage ich mich dann auch, warum solche Artikel überhaupt geschrieben werden. Selbst wenn alles stimmen würde, wäre hier weder Unterhaltungs- noch Informationswert zu finden. Ist ja auch logisch: Late Night Shows beschäftigen sich mit dem Tagesgeschehen, nicht umgekehrt. Was soll Schmidt denn heute bringen, wenn das Tagesthema von heute seine Sendung von gestern war?
Vielleicht noch drei Tipps für den Autor:
1. Witze werden nicht besser, wenn man sie falsch oder schlecht nacherzählt.
2. Ehrensenf kann man sich im Internet (wenn man da überhaupt reinkommt) tatsächlich auch ankucken. Die fünf (nicht 15) Minuten wären vielleicht noch Zeit gewesen.
3. Wenn jemand erzählt, was er sie für Jobangebote hat, und dass er sie noch nicht wüßte, in welche Richtung es weitergeht, klingt das nicht für jeden nach Bettelei um einen anderen Job.
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