Blognovela

Niveaulosigkeit hat ein neues Format

Folge 001 – die mit dem Dehydrator

[ein Operationssaal; man sieht viele Kittel und Masken, aber keinen Patienten; man ist geschäftig am Werk; Anzeigen werden überprüft, Instrumente gereicht, jeder hat seine Aufgabe und alles läuft wie ein geöltes Uhrwerk; unter den OP-Schwestern ist auch Lotte; sie konzentriert sich auf den operierenden Arzt, tupft ihm die Stirn und reicht ihm zu; plötzlich hört man Alarmtöne; das Treiben wird geschäftiger und nervöser]

Oberarzt Doktor Mower: „Scheiße!“

Lotte: „Oh mein Gott!“

Mower: „Halten sie die Klappe und geben sie mir Kanalstopfer und Fraktalklemme.“

Lotte [tut es]

[ein durchgehender Signalton]

Mower: „Kammerflimmern! Schnell den Dehydrator!“

Lotte: „Ähmm…“

Mower: „Nun machen sie schon Lotte. Der Patient überlebt nicht von alleine!”

Lotte [tut es]

Mower: „Okay, fertig! Weg vom Tisch! Drei, zwei, eins…“ [„SCHLOORP!“]

[erst blicken alle der OP-Mannschaft verblüfft und zum Teil angeekelt auf den OP-Tisch, dann wenden die meisten, auch Lotte, den Blick ab; Dr. Mower stiert wie gebannt weiter auf den Tisch, 10 Sekunden, 20 Sekunden, dann tobt er los]

Mower: „Schwester Lotte, sie sind doch zu dumm einen Eimer Wasser umzukippen. Sie könnten nicht mal ein Loch in den Schnee pissen. Sie dusslige Kuh! Schauen sie, was sie angerichtet haben. Eben noch ein Quell des Lebens und nun hat er keinen Tropfen Flüssigkeit mehr in seinem Körper. Was haben sie sich dabei gedacht?“

Lotte [mit wässrigen Augen, schweigt erst und sagt dann]: „Aber Herr Doktor sie sagten…“

Mower [unterbricht sie]: Was? Was soll ich gesagt haben? Wollen sie mir die Schuld geben an dem Tod dieses braven Familienvaters? Sie sind doch wohl völlig bescheuert! Sie können den Hinterbliebenen die Nachricht überbringen und ihnen dann auch gleich erklären, warum sie jemandem bei Kammerflimmern die ganze Flüssigkeit aus dem Körper saugen.“

[er will noch weiter toben, aber Lotte stürzt heulend aus dem Saal; die anderen schweigen, kucken auf den Boden, sind peinlich berührt]

#

[Lotte sitzt im Umkleideraum und heult immer noch; Schwester Lydia, die ebenfalls bei der OP dabei war, kommt herein und setzt sich zu ihr]

Lydia: „Hey, beruhige dich doch. Mower brüllt doch immer so rum und schiebt die Schuld auf andere.“ [sie greift in ihr Dekollete] „Hier hast du ein Taschentuch.“

Lotte [nimmt das Taschentuch, tupft sich die Augen, heult]: „Aber er wollte doch den Dehydrator. Ich wollte doch auch was sagen, aber er ist immer so harsch und wollte mich nicht ausreden lassen. Ich hätte ihm ja den Defi gegeben, aber er wollte ja nicht.“ [schluchzt tief] Und woher soll ich denn wissen, was er vorhat mit dem Ding.“

Lydia: „Genau!“

Lotte [heult weiter]: „Und was soll ich jetzt seiner Familie sagen?“

Lydia: „Da gibt es gar keinen. Mower wollte dich bloß noch zusätzlich ärgern.“

Lotte [beruhigt sich langsam]: „Ich glaube das ‚OA’ an seiner Bürotür steht für ‚Oberarsch’.

Lydia: „Auf der Station wird den Patienten auch keiner vermissen. Das war so ein Wehleidiger mit ständigen Extrawünschen. Also mach dir keinen Kopf.“

Lotte [kann jetzt wieder lächeln]: „Dann ist’s ja gut. Komm’, ich lad’ dich auf ein Piccolöchen ein. Das muss gefeiert werden.“

Lydia: „Danke, aber lass’ mal. Ich hab’ noch zu tun.“

Lotte: „Okay, dann aber ein anders mal. [sie umarmt Lydia] Danke!“

[Sie gehen beide lachend aus der Tür]

##

[auf einer ziemlich hässlichen Couch sitzt eine unscheinbare, junge Frau; sie trägt ein Sweatshirt und Jogginghosen, keine Schuhe, keine Socken; sie fläzt sich von einer in die andere Ecke, starrt zwischendurch vor sich hin; sie wühlt in einem Zeitschriftenstapel und findet aber nichts; sie scheint gelangweilt; nach weiterem Vorsichhinstarren greift sie zum Telefon und wählt eine Nummer; die Kamera blendet aus]

„Ja, hei! Hier ist Lotte…“

A Whole Lotta Love - die Blognovela

Bald geht’s los!

We love to laugh!

[close-up auf eine rotverspiegelte Sonnenbrille; wir sehen außer der Brille natürlich nur uns selbst, bzw. die Kamera und einen Teil der Nase und buschige Augenbrauen; es herrscht schweigen, aber dann nach einer gewissen Zeit: Es spricht!]

„Wenn du schweigst und den Eindruck von Unwissenheit erweckst, ist das besser als den Mund aufzumachen und jeden Zweifel zu zerstreuen.“ [erneutes Schweigen; die Kamera blendet aus] „Ich bin übrigens der, den man Zottel nennt.“

A Whole Lotta Love - die Blognovela

Bald hier im Blog!

We love to laugh!

[erst ist das Bild dunkel, dann plötzlich sieht man Silke, Bode, Jochen und Willy in einem Park sitzen, stehen und im Kreis gehen; genauso plötzlich sind alle irgendwie erstarrt und schauen sich gegenseitig an]

Bode: Was war das eben?
Willy: Was meinst du?
Bode: Mir war, als wäre es gerade stockdunkel gewesen.
Jochen: Mir auch. Komisch.
Silke: Mir ist kalt. Ich hab’ eine richtige Gänsehaut.
Bode: Wieso sitze ich hier? Ich kann mich nicht erinnern, mich gesetzt zu haben.
Willy: Also ich finde alles ganz normal. Was habt ihr?
[es folgt eine Zeit des Schweigens]
Bode: Was auch immer, es scheint wieder alles normal zu sein.
Jochen: Stimmt. Genau.
Willy: Na bitte.
Silke: Mir ist kalt!

A Whole Lotta Love - die Blognovela

Bald hier im Blog!

We love to laugh!

[totale Finstersnis; man hört lediglich verschiedene, aufgeregte Stimmen; dann legt sich die Aufregung langsam; es bleibt dunkel]

Stimme: Bode?
Bode: Silke?
Silke: Ja! [kurze Pause] Was ist hier los? Warum ist es so dunkel?
Bode: Vielleicht ist der Strom ausgefallen.
Silke: Aber wir sind draußen und eben war es noch taghell.
Stimme2: Und es ist ja auch Tag. Oder es war…
Stimme3: Das stimmt. Jochen hat bestimmt recht. Es war… So sieht also die Apokalypse aus. Alles was war wird nicht mehr sein. Wir sind alle tot. Oder nicht mal das. Wir sind einfach nicht.
Bode: Halt’s Maul, Willy. Wir unterhalten uns doch, also sind wir nicht Nichts.
Silke: Also ich habe Angst.
Willy: Spürt ihr irgendetwas? Ich glaube, ich spüre gar nichts.
Jochen: Klar spürst du. Hören ist auch spüren. [kurze Pause dann etwas lauter] Hallo! Kann uns irgendwer hören? Ist hier noch jemand ausser uns? Hallo?
Bode [sehr ungehalten und laut]: Hey, was ist hier los? Macht mal gefälligst jemand das Licht wieder an. Hey, seid ihr taub? Wir wollen unser Licht zurück.
[man nimmt ein Brummen war, das immer mehr an Kraft und Lautstärke gewinnt; schließlich spricht eine dunkle, tiefe und markerschütternde Stimme]
dunkle, tiefe und markerschütternde Stimme: IHR SEID IN DER ZEIT GEFANGEN. DAS KONTINUUM STEHT STILL. ALLES WAS IHR SAGT UND TUT PASSIERT NICHT WIRKLICH. WISSET ABER, DASS, WENN DIE ZEIT WEITERLÄUFT, AUCH DIES HIER EIN AUGENBLICK GEWESEN SEIN WIRD. ALSO TUT NICHTS UNBEDACHTES UND HARRT DER DINGE DIE DA KOMMEN.
[Stimme und Brummen verklingen]
Jochen: Vielleicht ist es so, dass das Universum einen Plan hat. Und nun hakt’s irgendwo, und es geht nicht weiter bis das Problem gelöst ist.
Silke: So ein Quatsch! Wie sollte ich mir das denn vorstellen?
Jochen: Naja, vielleicht benutzt das Universum einen Computer, um sich alle Dinge, die geschehen, zu merken und sich Notizen für die Zukunft machen. Vielleicht ist das Universum nicht spontan und macht lieber alles so, wie es das immer tut. Und nun ist vielleicht einfach der Bildschirm von seinem Laptop kaputt, und weil es nun nicht mehr so ohne weiteres an seine Daten kommt, wartet es lieber ab und hält so lange unser Leben an.
Willy: Ja genau, damit uns nichts Schlimmes passiert!
Bode: Oder damit uns genau das Schlimme passiert, dass es für uns vorgesehen hat.
Silke: Ich hab’ immernoch Angst, aber irgendwie klingt das logisch.

A Whole Lotta Love - die Blognovela

Bald hier im Blog! (hoffentlich)

We love to laugh!

[in einem Kaufhaus in der Abteilung für Damenoberbekleidung; die Kamera fährt hinter einer jungen, wohlgebauten Frau her; sie erzählt während sie Kleider, Hosen, Pullis und sonstiges anschaut; die meisten Sachen hängt sie zurück, einige aber nimmt sie mit; die Kamera ist immer genau hinter ihr]

„Klamottenkaufen nervt! Ständig wühlt man sich durch Tonnen von Stoff, um auch nur ein einziges Teil zu finden. Das nervt ordentlich. Anprobieren ist noch schlimmer. Raus aus den Klamotten, rein in die Klamotten und wieder raus und rein. Das ist nicht mein Ding. Ich nehme mit, und es hat dann zu passen. Alles was Zweifel aufwirft bleibt im Laden. Basta! Keine Klamotten kaufen wäre auch eine Lösung, aber scheißeaussehen ist noch schlimmer als shoppen. Das geht nicht. Ich will mich schließlich wohl fühlen. Und es gibt auch genug Menschen - wenn man sie so nennen will - die aussehen, als wären sie gerade aus einem Container gekrochen. Da gehe ich lieber als gutes Beispiel voran und zeige den Menschen was möglich ist, wenn man nur will!“ [sie nimmt ein weiteres Teil mit, stockt kurz, nickt und schlägt schweigend eine neue Richtung ein, und die Kamera folgt ihr natürlich immer weiter; sie kommt an die Kasse, zahlt und nimmt die Tüte mit ihren Einkäufen; als sie schließlich geht, bleibt die Kamera an Ort und Stelle; nach einigen Metern ruft sie noch ohne sich umzudrehen zurück:] „Ach, ich bin übrigens Silke!“

A Whole Lotta Love - die Blognovela

Bald hier im Blog!

We love to laugh!

[ein Zimmer; es ist hell; die Kamera steht still, während immer wieder eine Frau durchs Bild läuft; sie trägt Ringelsocken und eine Latzjeans und ist immer nur bis zum Hals zu sehen; sie scheint aufzuräumen]

„Männer! Du willst nicht ohne sie, kriegst aber trotzdem keinen. Die haben immer nur Augen für deine Freundinnen. Und die interessiert es nicht mal. Mehr noch: Sie merkt es noch nicht mal. So ein Schaf. Der Grund für die geringe Geburtenzahl in Deutschland? Das sind keine sozialen Missstände, sondern amouröse Inkompetenz! Aber lasst mal. Ist ohnehin besser so. Die Mistblagen machen schrillen Krach solange sie klein sind, und wenn sie sich erwachsen glauben, dann wird’s noch schlimmer. Da fliegen Stühle durch Unterrichtsräume und Fenster. Und wenn sie da durch sind, dann fangen sie an zu jammern und meckern. Wie alle anderen auch. Und wenn’s deine Freundinnen sind, kriegen sie nichts mit, und wenn’s Männer sind, dann wollen sie nichts von dir. Männer!“ [die Kamera blendet aus] „Ach, ich bin übrigens Willy“

A Whole Lotta Love - die Blognovela

Bald hier im Blog!

We love to laugh!

Blognovelas

Im gestrigen Trailer habe ich schon (aus Versehen) auf ein “erste” verzichtet und die Gelegenheit genutzt mal bei Technorati in deutschsprachigen Blogs nach Blognovelas zu suchen.

Da wäre als erste Fundstelle ein Eintrag bei Der ganz normale Wahnsinn zu finden. Allerdings gibt es keine Hinweise auf Verwirklichung des Vorhabens.

Bei Danijati gibt es Der Hausarzt am Rande der Stadt. Aber nur diese eine Folge vom fünften Januar. War wohl nur ein Witz.

Aber bei Wörtlich Femi findet sich dann auch was mit Fortsetzung: Grippina - Fotoblognovela.

Da ich die Fotoblognovela einfach mal ausklammere (wegen dem “Foto”) scheint es hier doch demnächst

A Whole Lotta Love - die ERSTE Blognovela

zu geben.

We love to laugh!

[auf der Straße; die Kamera ist schräg hinter dem Erzählenden; der läuft die Straße entlang, erzählt, dreht sich aber nie zur Kamera]

“Hier draußen ist das Leben. Die scheinlebendigen Zombies sitzen alle zu Hause vorm Fernseher. Und die Jungzombies surfen derweil im Internet. Wenn ihr Leben sehen wollt, dann nur hier draußen auf der Straße. Hier sind die Menschen. Hier sind die Probleme. Hier sind die Lösungen. Alle zusammen.” [er kommt nun auf einen Mann zu, der offenbar auf ihn wartet und nun nervös auf die Kamera blickt; er greift den Mann am Arm und geht mit ihm in einen Hauseingang; die Kamera bleibt draußen; wir hören die Tür zuschlagen; die Kamera entfernt sich; das Bild wird unscharf; wir hören wie sich die Tür wieder öffnet; ein Kopf schaut aus der Tür und sagt, während das Bild ausblendet, den letzten Satz] “Ach, ich bin übrigens Bode.”

A Whole Lotta Love - die Blognovela

Bald hier im Blog!

We love to laugh!

[in einem Zimmer; das Bild ist unscharf; die Kamera steht fest; auf dem Sofa sitzt eine Jeans mit T-Shirt offenbar inklusive Träger, denn er (der Träger) spricht]

“Das Leben ist ja so schön. Wenn man Freunde hat, dann ist alles so einfach. Man kann alles Gute teilen und vermehren und all das Schlechte teilen und minimieren. Was wäre ich ohne meine Freunde, zu denen ich gehen und mich ausquatschen kann?
Naja. Meistens kommen sie. Zu mir. Und quatschen sich aus. Und ich kann dann eigentlich nichts mehr erzählen. Aber das ist okay.” [Die Stimme bekommt ein ganz ganz klitzekleines, winziges Zittern] “Mir geht’s doch schließlich gut. Und ich will ja auch für meine Freunde da sein. Wozu hat man sonst Freunde?” [das Bild wird noch unschärfer und kippt auf den Boden; man hört die Mischung aus einem Schluchzen und Seufzen; beim Ausblenden noch ein letzter Satz] “Ach, ich bin übrigens Jochen.”

A Whole Lotta Love - die erste Blognovela

Bald hier im Blog!

We love to laugh!

« Older entries

Pages: 1 2 Next