Diesen Artikel gab es am Freitag auf SpiegelOnline.
Der Inhalt kann eigentlich nur ein Freibrief für Nicht-Motorrad-Fahrer sein. Denn der Appell an die Motorradfahrer ist unnötig. All das lernt man in der Fahrschule und der ersten Woche auf der Straße. Keine Worte an die anderen Verkehrsteilnehmer. Außer vielleicht zwischen den Zeilen: Ihr seid nicht schuld. Die Motorradfahrer müssen halt mehr aufpassen, wenn ihr in euren Blechkisten vor euch hinträumt.
Aber auch das schockt keinen Biker. Wir kennen eure Einstellung schon längst!
autos und motorräder
Mensch, habe ich ja völlig vergessen. Oder: Hätte ich fast völlig vergessen.
Gute Nachrichten gibt’s aus dem Fuhrpark. Nach einer fast einjährigen …räusper… Winterpause, habe ich gestern mein Mopped wieder anbekommen. Das war jetzt aber nicht so unspektakulär, wie es sich anhört. Nach dem Winter (dem wirklichen in diesem Fall) war erstmal die Batterie hin. Aber auch der Ersatz brachte keinen laufenden Motor. Da man das ja kennt, lädt man die Batterie dann halt wieder auf und versucht’s erneut. Nach drei oder vier derartigen Versuchen war dann aber wieder Schluss mit Motorrad-Anschmeiss-Laune.
Gedanken ziehen durch den Kopf, ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, die Schwimmerkammern mal zu lehren. Oder ist die Karre abgesoffen, und die Kerzen sind feucht? Sonst ein Grund für fehlende Zündfunken?
Gestern dann noch ein Versuch ohne Geschraube. Und mit dem letzten Milliampere hat’s dann geklappt. Brrrrrummm! Erstmal waschen und dann eine Fahrt durch die Nacht. Habe ich lange nicht gemacht. Ganz schön voll auf den Straßen - auch nachts. Es ging aber trotzdem voran. Hat Spaß gemacht.
Die die jetzt losmeckern wollen, von wegen Spazierenfahren ist unnötige Umweltbelastung, fangen doch bitte erst bei den Amis an, die wegen Stromausfall in ihren Autos bei laufendem Motor schlafen, damit sie Klimaanlagen-gekühlt sind. Das wäre auch umweltverträglicher gewesen, wenn sie die Wagen dafür in der Garage gelassen hätten.
Kaum eine automobile Gelegenheit, bei der ich mich nicht über enormen Spritverbrauch aufrege. Ich fahre schon traditioniell Autos, die auf den Schrottplatz gehören, aber in einem Punkt sind sie dann meist trotzdem noch auf der Höhe der Zeit: beim Verbrauch.
Wieso verbrauchen nagelneue Automobile in unserer weitentwickelten und hochtechnisierten Welt immer noch soviel (oder sogar mehr) wie eine Schrottkiste aus dem vorletzten Jahrzehnt des letzten Jahrtausends?
Ich tobe, schreie, zetere und laufe lila an. Dann beruhige ich mich mit dem einzigen “Argument”: Bei den Amis ist ja alles noch schlimmer, und die kümmern sich gar nicht.
Und nun? Ich lese in der ADACmotorwelt, dass in den USA Autohersteller mit Geldstrafen belegt werden, wenn deren Modelle im Durchschnitt einen festgelegten Verbrauch (bei Pkws 8,55l) überschreiten. Und welche Firmen müssen zahlen? Es sind zu 90% Europäer.
Mein Weltbild kippt. Gehöre ich zu den Bösen? Sind’s die Amerikaner, die die grüne Fahne des Umweltschutzes hochhalten? Bin ich bisher europäischer Propaganda auf den Leim gegangen, dass ich dachte, die Amerikaner wären die größten Umweltsünder der Erde?
Es ist schon toll, was man an manchen Tagen vor der eigenen Haustür geboten bekommt.

Das hier ist doch z. B. Tuning at its worst. Die Reifen von diesem Gefährt sagen nicht: “Schaut her! Wir sind die Größten!”
Vielmehr scheinen sie zu winseln: “Bitte wechselt uns doch aus. Wir sind abgefahren!”

Die beiden machen da schon mehr Eindruck. Und hätte ich sie letztens nach dem Klassentreffen gesehen, hätte ich gedacht, dass es wohl an mir liegen muß. Aber bei klarem Verstand sieht man die Unterschiede zwischen Felgen und Pflegezustand des Lacks. Trotzdem: Wow, das ist abgefahren!
Wenn man früher Künstler war, dann war man entweder arm und armdran oder arm und hatte einen Gönner. Heute wird nicht mehr gegönnt, also gibt’s auch nur noch armdranne Künstler. Und man ist ja auch armdran, wenn man seine Kunst verkaufen muss - millionenfach. Man ist armdran, wenn man sich feiern läßt und weiss, dass man zum “eigenen” Werk nicht viel beigetragen hat. Die Welt ist schlecht!
Wo wollte ich eigentlich hin? Ach ja: gönnen. Heute gibt niemand mehr jemandem anderen etwas ohne einen Hintergedanken. Also kein: “Hey, ich find’ klasse was du machst. Hier nimm’ dir mal ‘ne Tüte Brötchen mit. Ach, und mach’ weiter so.” Wohl eher ein: “Hey, du! Dich kennen und lieben doch viele. Wenn du erwähnst, hier gewesen zu sein und eine meiner Brötchentüten mal in die Kamera hältst, dann bekommst du ein Brötchen umsonst.” So ist die Welt.
Gönnen, gönnen. Ach, ja! Das Internet ist kein Live-Medium, das so an einem vorbeizieht, sich einem aufdrängt und mit Output vollballert. Nein, das Internet besucht man. Man ruft ab. Es ist wie ein Briefmarkenautomat. Man kann nicht bummelen und schauen, nein, man muss schon eine Wahl treffen, um was zu bekommen. Und wenn man das so sieht, dann gibt es gar keine Verführung im Internet.
Gönnen. Wenn man Blogger und Podcaster und alle anderen, die uns das Internet schön machen, einfach mal als Künstler sieht, dann ist natürlich auch denen nichts gegönnt. Für jeden Futzel Werbung werden sie angegriffen und ausgebuht. Zu Recht? Naja, wenn uns jemand als Versuchkanninchen für sein Hobby missbraucht, und dann auch noch Geld damit verdienen will, dann schon, oder? Wenn jemand das Geld für sein Hobby wieder reinholen will, dann vielleicht eher nicht? Genau die Frage ist die Antwort. Denn niemand muss eine Seite im Internet besuchen. Niemand kommt irgendwo zufällig vorbei. Niemand muss ein Werbebanner anklicken.
Wo wollte ich hin? Gönnen! Wenn MC Winkel, Frau Pia, der Don und ix für vier Wochen ein Auto gestellt bekommen und darüber bloggen sollen (ohne Vorgaben), dann ist das natürlich trotzdem Werbung. Das Auto rückt in den Mittelpunkt, egal ob wegen Lobpreisung oder Kritik. Der Autohersteller ist clever, denn wegen der fehlenden Bedingungen (an die ich jetzt einfach mal glaube), steht er auf jeden Fall gut da. Egal ob die Autos gut oder schlecht wegkommen, Opel gehört dann zu den Guten. Gute Strategie. Und als ob das nicht genug wäre, gibt es auf der Astra-Blogg-Seite nicht mal einen Link zu Opel. Es ist wie im Krippenspiel: Fürchtehet o-euch niiiiicht!
Was wollte ich? Gönnen! Opel ist natürlich nicht der Gönner unserer vier Blogger. Denn es steckt ja eine Marketingstrategie dahinter. Und was ist nun mit dem “Gönnen”? Ganz einfach: WIR können es ihnen doch gönnen, vier Wochen umsonstig ein relativ neues Auto fahren zu dürfen. Und wenn die Texte langweilen, lesen wir sie einfach nicht mehr.
So einfach kann das sein!
“Kommunisten sind böse”
So habe ich es in der Schule gelernt. Wie das en detail mit dem Kommunismus war, weiß ich jetzt allerdings nicht mehr. Aber es war wohl so, dass niemandem etwas gehört bzw., dass allen alles gehört. Es klingt zwar widersinnig, aber das läuft auf dasselbe hinaus: Niemand kümmert sich um etwas und alles zerfällt, denn entweder ist es ja nicht meins, oder da kann sich auch jemand anderes drum kümmern.
Hierzulande scheint sich der Kommunismus auch langsam einzuschleichen. Beschmierte Häuserwände, zerlegte Bushaltestellen und Telefonzellen und fahrerflüchtende Unfallverursacher. Sollte man solche gehirnamputierten Larifaris in flagranti erwischen, wäre zu überlegen, noch möglichst viel ihrer DNA am Tatort zu verspritzen (ist nur ein Denkmodell und kein Aufruf zu Gewalt). Das könnte man dann auch mit dem Alten Testament rechtfertigen (wenn man’s nötig hat). Auge um Auge. Zahn um Zahn. Der Mangel an Respekt dem Eigentum anderer gegenüber führt bei mir jedenfalls langsam zum Verlust des Respekts anderen gegenüber. Massiv!
In was für einer Welt leben wir eingentlich?
Da gibt es Völker auf der Welt die nichts haben und das, was sie dann doch haben, miteinander teilen. Und wir bauen uns ein System, das auf Privateigentum basiert, und niemand schert sich mehr darum. Betrug, Diebstahl, Vandalismus - ist doch alles dasgleiche.
Es kotzt mich an!
Ich bin einer von denen die es nicht so mit dem Autowaschen haben. Aber da die Zeichen der Zeit ja derart stehen, dass man fürs Geld nichts haltbares bekommt, tut Pflege nun mal Not, und so habe ich nach dem Absprühen auch mal eine Polier- und Wachssitzung am Waschparadies gehabt. Alles halb so schlimm, wenn man mal von Zeit und mühsamer “Arbeit” absieht. Und ich dachte immer, dass das nur was für “echte Kerle” ist, dass da permanent verglichen wird, wer den längsten/schönsten/größten hat. War aber gar nicht so. Nur ein Jüngling nervte mit seinem Sound aus dem Woofer (heißen die so?), aber protzen wollte selbst der - glaube ich - nicht (dafür war’s nicht laut genug).
Der “Jüngling” bringt mich auf den nächsten Punkt. Angesprochen hat mich in der ansonsten sprachlosen Gesellschaft dann doch einer. Kein Benzingespräch. Er machte ein Kompliment über den Lack (eigentlich die Farbe) und fing an über die Jugendlichen zu lästern. Die wüssten ihre Autos nicht zu würdigen, könnten nicht richtig autofahren und würden ja überhaupt reichlich Unfälle verursachen. Von ihrer Schlampigkeit mal ganz zu schweigen. Eingegangen bin ich darauf nicht, denn im Gespräch mit Fremden bin ich immer gegen das Pauschalisieren, und ich wollte doch autopflegen und nicht diskutieren.
Worauf ich ja auch eigentlich hinaus wollte ist, dass DER mit MIR über junge Menschen herziehen wollte. Offensichtlich ist es also mit meinem jugendlichen Aussehen vorbei. Das hat man nun vom Autowaschen!
Die beiden haben es wohl noch nicht erledigt und scheinen auch keinen Spaß ‘dran zu finden. Dafür hat ihr Freund Geschmack, auch wenn er sonst nichts merkt.
Reifen wollen gewechselt sein. Und für die Schraubmuffel sei erwähnt, dass der April und sein Wetter nun vorbei sein sollten. Also: es bleibt jetzt permanent über 7° C. Hoffentlich!
Unsere Reifen sind natürlich längst gewechselt. Alles kalter Kaffee!
Was bleibt, sind aber die Geschichten vom Wechseln. Und die können auch mal für erigierte Nackenhaare sorgen.
Da wäre z.B. der Polo mit Alufelgen, der trotz Drehmomentschlüssel nach einigen Tagen handlose (kann man das so sagen) Radbolzen hatte. Der war selbstgemacht. Ist nichts passiert.
Dann die Kollegin meiner Freundin. Kein Platz für die Reifen, also lässt sie die Reifen von der Werkstatt lagern und dann natürlich auch wechseln. Und viele lassen bestimmt auch wechseln, weil sie Angst haben etwas falsch zu machen.
Eine Straßenecke weiter wildes Klackern. Radbolzen nicht angezogen! Dafür bezahlt man dann auch noch Geld. Gottseidank - nichts passiert!
Meine Wechselgeschichte kommt da nur schwer gegen an. Nach langer und erfolgloser Suche nach der richtigen Nuss merke ich, dass das was mir da als verchromter Bolzen entgegenblitzt nur Plastik ist und zur Radkappe gehört. Und ich dachte die Radkappe wäre mit festgeschraubt (naiv!). Unter der Kappe funktioniert dann alles ganz normal, selbst eine passende Nuss findet sich. Alles wird mit Drehmomentschlüssel angezogen und ist auch nach 600 km noch fest. Logischerweise: nicht passiert!
In Folge #35 der Couchpotatoes erzählt Andreas von seinen Leiden mit dem TÜV. Da hab’ ich auch einen…
An meinem Motorrad wollte ich schon immer Mini-Blinker haben. Nicht des Aufrisses wegen, sondern weil ich die großen, klobigen, häßlichen Gummi-Plastik-Teile einfach nicht mag und sie beim Umstürzen (nichts passiert!) sowieso kaputt gegangen sind. Also kleiner Ersatz!
Nach dem Studium von Spannungen, Leistungsaufnahmen, Relais und Mindestabständen entschied ich mich für Blinker mit denselben Leistungsdaten wie den vorherigen (keine Experimente), und dass ich mal beim TÜV vorbeischaue, um mich wegen der Abstände zu informieren. Denn wie werden die gemessen? Von Mitte zu Mitte oder Rand zu Rand?
Der TÜV-Mann meinte, das wäre egal. Mein Wissen wäre veraltet und der EU wegen, könnte ich das dranschrauben wie ich will. Super!
Ein Jahr später bei der HU war sich ein anderer Prüfer nicht so einig. Da er nun schon so mißtrauisch auf die Blinker starrte, erzählte ich ihm die Geschichte mit seinem Kollegen. Darauf erwiderte er nichts, das ich verstanden hätte. Insgesamt machte er den Eindruck des zerstreuten Professors (inklusive seiner Frisur) und verschwand, kam wieder, verschwand, kam wieder, prüfte weiter, verschwand, kam wieder, murmelte und so weiter. Dann machte er auch endlich noch die obligatorische Probefahrt. Nur dass er gar nicht zurück kam. Ich machte mir schon Sorgen um Motorrad und Prüfer, sah ihn dann aber durch die Halle schon wieder mit einem Kollegen die Blinker begutachten.
Letztendlich kam er dann doch noch zurück zu mir, klebte die Plakette und bat mich zur Kasse. Ende? Nein! Dann kam er (diesmal mit Zollstock) wieder mit hinaus, maß, kuckte und grübelte, nur um mich dann doch irgendwann fahren zu lassen, allerdings nicht ohne mir noch “Viel Spaß” gewünscht zu haben.
Vielleicht sollte ich zu diesem Schauspiel in Zukunft Zuschauer einladen und das ganze Bienale nennen.
Auf jeden Fall werde ich wohl nie mehr “mal kurz” zum TÜV fahren können.
Tief in meinem Inneren habe ich nichts mit Autos am Hut. Aber bei einem schönen Exemplar mache ich dann auch mal eine Ausnahme. Nur leider gibt es nicht viele schöne Autos. Früher, ja früher gab’s die, zum Beispiel den Opel GT.
Vor ca. zwei Wochen kam dann die Nachricht, dass es einen neuen Opel GT geben wird. Die Freude war schon groß, wenngleich ich mir auch schon sicher war, niemals ein solches Auto besitzen zu werden. Meinen ersten GT bot man mir an, als es diesen schon Jahrzehnte nicht mehr gab, aber mir fehlte das Geld, sowohl zum Kauf als auch zum Unterhalt (Ich war Zivi und außerdem ohne Führerschein). Und seitdem habe ich das abgehakt. Muss nicht sein!
Heute dann weitere Meldungen und erste Fotos, und die Erkenntnis: Muss nicht sein! Nein, wirklich nicht, dieses Auto ist nicht schön. Schade, denn die immer höher steigenden Steuern für unkatalysierte Autos, sind der Schönheit unserer Straßen echt nicht förderlich.




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