Arrangierte Buchstaben

bücher und geschichten

Egal in was für einen Buchladen man gerät, es ist immer eine Qual.

Im Normalfall läuft das so: Man geht so vor sich hin und sieht einen Buchenladen. Dann denkt man, “hmmm (ein begeistertes ‘hmmm’ so wie in ‘hmmm, lecker’) ein Buchladen.” Natürlich geht man dann auch rein, und natürlich kauft man dann auch ein Buch. Und das Ende vom Lied ist, dass wieder ein ungelesenes Buch mehr im Regal davon zeugt, dass man viel mehr Zeit mit Lesen verbringen müßte (statt z.B. im Internet rumzustrolchen).

Im zweiten Fall denkt man, “hmm (diesmal mit Skepsis im Hinterkopf) eine Wolthatsche Buchhandlung.” Hinein geht man dann trotzdem. Und da sind sie dann. Gestapelt, verwühlt, gedemütigt. Bücher vom Grabbeltisch. Man glaubt es kaum. Angeekelt versucht man den Blick abzuwenden, aber überall sieht man nur misshandelte Bücher. Sie scheinen zu flehen, “nimm mich mit und verbrenn’ mich meinetwegen, aber nimm mich mit!” Das Elend ist zuviel. Kein Buch wird gerettet und man steht wieder draußen auf der Straße, aber diesmal mit dem bedrückenden Gefühl, dass in dieser Welt etwas furchtbar falsch läuft.

Man hört Sachen, die man hinterher gar nicht glaubt gehört zu haben.

Strauße stecken ihren Kopf ja bekanntlich in den Sand. Warum sollte eine Katze also ihren Kopf nicht mal in einen Cartoon stecken?

Gehört bei den ClipCharts auf Kabel1. Auf der Homepage habe ich dann jetzt auch mal den Namen der Moderatorin gefunden: Miriam Wimmer.

Denen die den Gag jetzt nicht verstanden haben, sei noch kurz erklärt, dass sich diese Moderation auf einen Clip bezog, bei dem eine Katze in einem Karton feststeckte.

Gerade habe ich mal wieder eine Redewendung gehört, deren Zusammensetzung mir ganz offensichtlich falsch zu sein scheint. Und das fällt mir erst heute auf. Man hinterfragt ja viel zu selten. Was hat es also damit auf sich:

die Werbetrommel rühren

Da man Trommeln nicht rührt, frage ich: “Was ist eine Werbetrommel, dass man sie rühren kann?”

Ich bitte um Aufklärung oder noch mehr derartige Fehlleistungen.

Danke!

Da, der subjektiven Wahrnehmung sei Dank, ich davon ausgehen kann, dass jeder Mensch in seiner eigenen Welt lebt, scheue ich mich nicht, zu erzählen, dass ich gerade heute Vormittag einen E-Mail-Wechsel mit einem A-Klasse-Promi aus meiner Welt hatte.

Kloß im Hals, zitternde Hände, weiche Knie. Man kommt sich vor wie ein Teenager. Bin ich also doch nicht gegen Promis gefeit!

Und warum schreibe ich das hier? Um zu protzen? Auch. Aber hauptsächlich, um schon mal darauf hinzuweisen, dass es beim Kowalski-Revival vielleicht in näherer Zukunft noch ein bisschen mehr zu lesen geben wird.

Wenn ich eine Stirn runzeln möchte, dann brauche ich nur die Namen derer zu erwähnen, deren Texte und Bücher ich gerne lese. Und Axel Marquardt dürfte zweifelsohne dazugehören. Allerdings nicht zu Recht. Ich weiß nur nicht, ob es mangelndes Marketing oder die Ignoranz der gerunzelten Stirnen ist. Ich, jedenfalls, bin immer wieder, auf die eine oder andere Art, von seinen Werken begeistert.

Gestern Abend nach der letzen Seite seines zweiten Romans Rosebrock war die Begeisterung aber verflogen. Woher hätte sie auch kommen sollen? Nichts Ungelesenes von Marquardt steht mehr im Schrank. Muss ich wohl wieder von vorne in meinen vier Kowalski-Heften anfangen, aus denen ich Herrn Marquardt überhaupt kenne.
Da stehen schon einige Geschichten drin (Die Marschmenschen, Sylter Geschichten), und dann habe ich ja noch Anselm im Glück (ein echtes Roadmoviebook) und eben Rosebrock (des Glücksfalls wegen ein Mängelexemplar, aber ich hätte auch voll bezahlt).

Für diesen Beitrag habe ich natürlich auch nach passenden Links gesucht und wusste erst gar nicht, was ich denn nun von den vielen Treffern verlinken sollte, bis ich den hier gefunden habe: http://www.axel-marquardt.de/
Seine eigene Seite. Super! Und nachdem ich Zur Person gelesen hatte, musste ich dann abbrechen, sonst wäre es mit diesem Beitrag nichts geworden. Sei es nun wegen schleichend aufkommendem, mangelndem Selbstbewußtsein oder der vergessenen Zeit. Egal, ich lese später weiter.
Dann wäre da noch das Kurzinterview bei Zweitausendeins.

Mein Tipp: Lest mehr Axel Marquardt! (wenn nicht zwischen zwei Buchdeckeln, dann wenigsten auf seiner Homepage)

Alle die, die die Wahlhamburgerin Fanny Müller nicht kennen, kennen definitiv eine Fanny Müller zuwenig. Ihre Genialität (darf man sowas sagen schreiben?) macht mich so wuschig, dass ich lieber von der Buchrückseite abschreibe, dass sie Kolumnen, Glossen, Geschichten, Miniaturen und Kurzwaren schreibt. Wo auch immer die Unterschiede zwischen diesen liegen, lesbar wäre als Kritik voll daneben. Im Gegenteil! Wann immer ich jemandem etwas von Fanny Müller vorlesen will, gelingt mir das nicht. Meist schon vor der Pointe, so wie bei Schlimmes Alzheimer. Denn da mußte ich schon über die Formulierung selbst so lachen, dass ich mangels Luft und Konzentration nicht mal die Hälfte der gut einseitigen Geschichte vorlesen konnte. Und damit scheidet Fanny Müller als perfekter Lesestoff für unterwegs auf jeden Fall aus, es sei denn, man möchte mit einem Lachkrampf in die örtliche Klapse gebracht werden.

In Keks, Frau K. und Katastrophen sind alle bis 2004 von Fanny Müller erschienenen Texte vereint. Damit ist das Buch perfekt für die Sammlung und versetzt mich in die Lage, ihre Einzelwerke luft- und lichtdicht einzuschweißen, um sie für die Ewigkeit zu konservieren.

Zu haben ist das Werk bei Zweitausendeins, und da gibt’s das Buch auch im Paket mit ihrer dazugehörigen, selbstbelesenen CD.

Ich beende im Moment angefangene Bücher Schlag auf Schlag. Schon wieder kann ich eines abhaken.
Die Leselust kommt übrigens nicht von ungefähr. Zu Weihnachten habe ich was neues von Arved Fuchs bekommen, und das will ich nun auch lesen. Aber vorher, dachte ich, wäre es nicht schlecht ersteinmal noch ein paar Lesezeichen frei zu machen.
Gestern nacht habe ich also mein Lesezeichen aus

Die Gabe der Seenomaden von Milda Drüke

nehmen können.
Die Geschichte der Seenomaden ist eigentlich ganz spannend, nur nervt zuweilen das Geschwätz von Freiheit, Meer und Glück. Wer dieses besondere Gefühl von -wie ich sagen würde- Alleinsein auf dem Wasser noch nicht empfunden hat, der wird es auch nicht verstehen, wenn man es ihm zigmal vorjuchzt.
Dann hätte ich da noch etwas am Klappentext zu bemängeln. Da ist von “Aussteigen” die Rede. Aber Milda Drüke macht auf mich nur den Eindruck der Beobachterin, die halt auch ein bisschen was erleben will, Erfahrungen sammeln will. Ihr “Aussteigen” wird ein paar mal unterbrochen und verwirrte mich dann auch ein bisschen. Ich kritisiere übrigens nicht diese Unterbrechungen (im Falle einer Krankheit hätte ich auch zugesehen, so schnell wie möglich meinen verpimpelten Körper zurück in die Zivilisation zu bringen), sondern nur die Fehlinformation des Klappentextes.

Ich sag’s nochmal: Das Wissen um die Seenomaden möchte ich nicht missen, aber das Lesen hat nicht immer Spaß gemacht.

Zu haben ist Die Gabe der Seenomaden auch als Taschenbuch von National Geographic.

Endlich wieder mal ein Buch beendet.

Three Men In A Raft von Ben Kozel

Drei Typen wollen den ganzen Amazonas in einem roten Gummiboot befahren. Sie wollen vom Pazifik zum Atlantischen Ozean. Und sie machen keinen gutvorbereiteten Eindruck.
Dass es kein ganz böses Ende nimmt, wissen wir, weil Kozel ja noch das Buch schreiben konnte. Auch Kollege Colin Angus hat zur selben Reise noch ein zweites Buch schreiben können. Und auch der dritte im Bunde (Scott Borthwick) hat’s überlebt.
Die drei zittern sich durch Abenteuer wie Vergiftungen, Kälte, Guerillas, vicious ants und einen verpatzten Start ins Jahr 2000. Über soviel Glück kann man nur den Kopf schütteln, aber am Ende gönnt man ihnen den Erfolg und bereut es nicht, das Buch gelesen zu haben.

Das Buch scheint im Deutschen nicht erhältlich zu sein, aber das Englisch ist lesbar, auch wenn’s ein bisschen länger dauert.

Übrigens: Ben und Colin haben auch den Jenissei befahren. Dazu gab es auf einem der Nachrichtenkanäle (n-tv oder N24) mal eine National-Geographic-Reportage. Die wird bestimmt mal wiederholt.

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