Es ist noch immer der erste Tag der Tour. Das eher ernüchterne Ergebnis aus der Charlottenburger Straße scheint keine so tiefen Wunden hinterlassen zu haben, dass man eben diese erstmal lecken müsste, denn nur ein paar Steinwürfe entfernt wartet schon der nächste Miniaturgolfplatz. Und genau da fahren wir jetzt hin. Mindestens um mal zu sehen, wo genau denn die Anlage überhaupt ist. Denn mit dem Südpark ist das so eine Sache. Wunderbar sehen und erreichen kann man ihn über die Heerstraße, aber die Sport- und Freizeitanlage ist auf der Rückseite. Und da muss man erstmal hinfinden. Aber mit der nötigen Intuition als Urspandauer ist das offenbar kein Problem. Wir stehen eine Stunde vor Öffnung am Eingang und dürfen sowohl eintreten als auch spielen. Wieder sind 2 Euro pro Person fällig. Diesmal bekommen wir zu zweit aber nur einen Schläger und zwei Bälle. Der Schläger ist ganz schön leicht und, wie ich finde, auch immer ein Stück zu kurz. Und ich bin nur 1,73 m groß. Die zwei Bälle gehen in Ordnung, weil die Bahn für die man den schweren Ball braucht “fehlt”, und für den Blitz nicht unbedingt ein Golfball
benötigt wird. Auch hier sind die Ballvorschläge auf die Bahn gepinselt und helfen dem Neuling.
Da wir - obwohl vor offizieller Öffnung - eine dreikindrige Familie (eigentlich habe ich nur zwei gesehen, aber die hätten zwei Eltern doch im Griff gehabt…) vor uns haben, fangen wir auf Bahn 9 an. Und schon beim Anschreiben fällt auf, dass man durchaus Probleme beim Rechnen bekommen kann, wenn man zuviel Zeit am PC verbringt. Die neunte Bahn wäre nämlich nur dann der Beginn der zweiten Hälfte, wenn man bei Null anfängt zu zählen. ![]()
Die (Eternit-)Bahnen sehen gut aus, sind sauber und überall hängen Besen, falls mal etwas anderes der Fall sein sollte. Die Anlage liegt ruhig und im Grünen. Hier kann man entspannen. Es gibt Bänke zum Sitzen, und die sind auch einigermaßen gleichmäßig verteilt. Eine Hecke (etwas Gemecker muss sein) steht ziemlich dicht an der Bahn und könnte sensiblen Linkshändern die Konzentration rauben. Tierfreunde könnten Skrupel beim Spiel entwickeln, weil man hier offenbar einem Nager (zu schnell für eine genaue Bestimmung) aufs Dach steigt und die sonntägliche Ruhe stört. Und ich hatte das dumme Gefühl (Paranoia!) immer bergauf zu spielen, weil mir der Ball immer wieder hinter die wichtigen Grenzen zurückrollte. Ärgerlich! Aber das muss in Ordnung sein, denn die Anlage ist für den Turnierbetrieb abgenommen. Es ist das Zuhause auf 1. MGV Spandau, auf deren Seite man auch nähere Informationen zu den Bahnen, Preise und Öffnungszeiten findet.
Mein Spiel ist so uninspiriert wie die Hindernisse. Wer Pyramiden, Blumentöpfe oder ähnliches Zierat auf den Bahnen mag ist hier falsch. Sachliches geformtes Metall ist Trumpf. Hier geht’s schließlich um Sport. Beim mir aber leider nicht. Diese Runde endet (trotz diesmal zwei Assen) noch zwei Zähler höher als die letzte und damit ist das Thema Minigolf für heute erledigt. Obwohl… nicht ganz. Denn vorm Abgeben von Schläger und Bällen steht noch ein kurzes Gespräch mit dem “lebenden Inventar” an. Ein Vereinsmeier leitete heute das Unternehmen und ein zweiter (nehme ich mal an) saß zum Zeitvertreib einfach so dabei. Das sorgt für Atmosphäre…. Jedenfalls entdecke ich ein Plakat, das ein demnächst stattfindendes Turnier bewirbt, und mir wird die Teilnahme empfohlen. Denn Zeit zum Üben ist ja noch. Außerdem sei das ganz groß und auch im Internet angepriesen; eine echte Werbung halt. Ehrlich gesagt verstehe ich kein Wort (wahrscheinlich wegen meiner hohen Punktzahl). Und im Internet habe ich hinterher auch nichts Klärendes gefunden. Genaugenommen nicht mal das Turnier. Wer also teilnehmen möchte muss wohl vorher nochmal hin. Aber ich blamiere mich dort nicht!
Tags: berlin, eternit, miniaturgolf, minigolf, spandau, suedpark, weverstrasse
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