Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal mit Schläger in der Hand, konzentriert und mit schwitzenden Händen neben mehr oder weniger kunstvoll aneinander gelegten Eternitplatten gestanden habe und eine kleine, mistige, unwillige Kugel versuchte mit dem ersten Schlag ins Loch am Ende der Bahn zu dreschen. Heute soll es also wieder soweit sein… ich bin einigermaßen gelangweilt.
Die Anfahrt zur Minigolfanlage in der Charlottenburger Chaussee gestaltet sich an diesem Sonntag dann aber unerfreulich spannend. Muss denn immer an den Tagen, an denen ich aus dem Haus gehe, etwas so verkehrsstörendes los sein, wie heute das Radrennen? Dabei hätten wir nur eine Viertelstunde später kommen müssen, dann wäre aller Zauber schon wieder vorbei gewesen. Der “lange” Weg vom IKEA-Parkplatz bis zum Minigolf wird uns aber mit dem Anblick des Besenwagens (tatsächlich mit Besen) entschädigt. Das Radopfer gegenüber auf der Kreuzung ignorieren wir. Wir wollen Minigolf - kein Blut!
Es ist tatsächlich schon geöffnet, und wir werden freundlich empfangen. Pro Erwachsenem sind 2 Euro zu bezahlen und dafür bekommen wir (natürlich nur leihweise) jeder einen Schläger und insgesamt vier verschiedene Bälle. “Der gelbe Ball ist nur für die letzte Bahn gedacht…” Dem Rat ist wohl Folge zu leisten, denn der Aufdruck Rangeball verrät die Herkunft dieses Teils und legt die Vermutung nahe, dass man das Ding an der richtigen Bahn locker bis nach Charlottenburg schlagen könnte. Die Schläger liegen schwer und gut in der Hand. Der Rat, uns nicht die Köpfe einzuschlagen, begleitet uns zur ersten Bahn, und die Partie kann beginnen.
Gespielt wird auf Eternit, das wahrscheinlich schon bessere Zeiten gesehen hat. Ein netter Anblick ist das nicht gerade, aber die Bahnen sind okay und spielbar. Dass hier (umringt von Bäumen) nicht mehr alles so gerade ist, wie vielleicht zur Neueröffnung, ist klar. Nerven tut’s trotzdem. Und wenn es nicht die Schieflage ist, dann ist es der Wind, vorbeifahrende Autos oder… Lieber Gott, erhalt mir meine Ausreden! Bleiben wir auf dem Teppich und hauen schnell und möglichst objektiv die Kritik raus: Die Bahnen sind zwar nicht die neuesten und stehen nicht perfekt gerade ausgerichtet, aber hier wurde bestimmt heute schon gefegt und alles ist, wie schon erwähnt, spielbar und in Ordnung. Die Nähe zur Straße läßt sich kaum leugnen und eine Bushaltestelle sorgt für Zaungäste. Ablagen für Bälle und Rundenkarten sind nach dem Zufallsprinzip (so sieht’s jedenfalls aus) verteilt. Sitzbänke sind vorhanden. Und man hat auch genug Platz. Soweit sich das beurteilen läßt, denn die nächsten Spieler beginnen ihre Runde, nachdem wir schon halb durch sind.
Dem Anfänger und unambitionierten Hobbyspieler wird das Spiel erleichtert, indem auf den Bahnen (in Form von Farbkreisen) die zu benutzenden Bälle vorgeschlagen werden. So muss man sich keine Gedanken darüber machen, welcher Ball weich, hart, schwer oder eben ein echter Golfball ist.
Bei mir läuft es bis zu Bahn 4 (Rohrhügel) ganz gut (alles zweien). Aber warum muss man Hindernisse korrekt überwinden? Das trifft mich hart. In der Jugend war das kein Thema. Dafür haben wir aber unberechtigerweise Strafschläge für verlassene Bahnen verteilt. Das gleicht sich vielleicht aus, nützt mir aber gar nichts. Die erste 7. Jetzt wird aus gemäßigter Langeweile (siehe oben) doch noch eine Minigolfrunde. Und nach der ersten 7 folgt auch gleich das erste Ass (Labyrinth). Den Rest kann man als echt schlecht durchgehen lassen. Einziges Highlight: Mein erster Schlag auf Bahn 12 (Doppelkeile) überwindet die Hindernisse, trifft das Ziel, verläßt das Ziel, springt auf die übernächste Bahn (liegende Schleife), passiert auch dort ordnungsgemäß das Hindernis und rollt fast ins Loch. Schade, dass ich die 12 erst zu Ende spielen muss. Zwei Schläge auf zwei Bahnen wären ein guter Durchschnitt gewesen. Beenden tue ich die Runde mit einer 7 auf dem Blitz mit dem Golfball.
Ja, Minigolf könnte man doch öfter mal spielen. Und sei es nur, um nicht mit einer 59 abzuschließen…
Der Platz befindet sich an der Zusammenkunft von Ruhlebener Straße, Charlottenburger Chaussee und Teltower Straße (und ich krieg’ auch noch raus, wie man bei OSM eine Markierung setzt):
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Tags: berlin, charlottenburger_chaussee, eternit, miniaturgolf, minigolf, spandau
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22. June 2009 at 22:12
Mareike
Das nächste mal nehmt ihr uns aber mit …
22. June 2009 at 22:20
Thommi
Dann steht ja auch die Richtung schon fest: Konradshöhe, Tegel oder Schäfersee…
22. June 2009 at 22:52
Mareike
Rischtisch…

aber wo ist Schäfersee
22. June 2009 at 22:56
Thommi
Hey, es ist noch Reinickendorf. Ich würde Dich doch nicht ins Arbeiterviertel schleifen…
22. June 2009 at 23:00
Mareike
Dann bin ich ja beruhigt, kenne Schäfersee trotzdem nich (den Teil nach dem Komma kannste gerne wieder löschen ;p )
Schlaft gut!!
22. June 2009 at 23:15
Thommi
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Da ist er! Der Schäfersee!