Helme

In der Radzeit 05/2006 habe ich gerade gestern erst (”erst” trifft es wohl ganz gut) einen Artikel (Der Siegfried-Faktor; S.22ff) über Fahrradhelme und deren Sinn gelesen. Positiv an dem Artikel aufgefallen ist schon mal, dass, obwohl Statistiken angeführt wurden, auch darauf hingewiesen war, dass Statistiken oft wenig Aussagekraft haben und damit zu falschen Ergebnissen/Rückschlüssen führen. Soweit zur Ehrlichkeit.
Dann wäre da aber auch noch die Verbindung, die ich zu meiner vorgestrigen Erfahrung (letzter Absatz) entdeckt habe. Der Artikel erzählt von Helmträgern, an denen die Autos wesentlich dichter vorbeifahren und ich von mir als Westenträger, der auf einmal mehr Platz auf der Straße hat. Oder aufgeschlüsselt: Der Autofahrer sieht einen Helm, denkt an Sicherheit (”Da ist alles in Ordnung. Keine Gefahr!”) und fährt rücksichtslos und verkehrsgefährdend dicht am Radler vorbei, bzw. er sieht die neongelbe Warnfarbe der Weste, denkt an Gefahr (”Oh-oh! Da muss ich vorsichtig sein.”) und hält (vielleicht nur zum Schutz des Lacks) einen größeren Abstand.

Und was nehme ich davon jetzt mit?
1. Meine Abneigung gegen Helme im Straßenverkehr ist vielleicht gar nicht so verkehrt.
2. Man muss sich den Verkehrsteilnehmern als eine Gefahr für ihr Fahrzeug darstellen, um sich sicher bewegen und auf Aufmerksamkeit hoffen zu können.
3. Würden mehr Autofahrer ihren Verstand benutzen, statt nur übers Rückenmark auf grelle Farben zu reagieren, wäre der Straßenverkehr sicherer und fließender.

Nochwas?
Bei dem Sturm heute würde ich zum Radfahren einen Helm aufsetzen. Genauso wenn ich auch ohne Sturm mit dem Rad durchs Gehölz tobe. Mein Helm dient einzig und allein zum Schutz vor Holz ;-)